Energiepreise, Inflation und Krieg. Sind Prognosen in dieser multiplen Krise überhaupt möglich? – Es kommt darauf an, mit wem man spricht.

Liebe Mitbewohner:innen!

Der Klimawandel ist von der Wirtschaft nicht zu trennen und natürlich bietet die aktuelle Krise auch die Chance zu einer echten Energiewende. Allerdings nur, solange die Krise in einem gewissen Rahmen bleibt und nicht weiter außer Kontrolle gerät. Die Lage ist ernst. Über zukünftige wirtschaftliche Szenarien durfte ich mit Bundesminister Martin Kocher, Fiskalratspräsident Christoph Badelt und dem CEO der UniCredit Bank Austria Robert Zadrazil beim Empfang im Bank Austria Forum sprechen.

Nach einem kurzen Abriss zur aktuellen Wirtschaftslage durch Bundesminister Kocher, zeichnete Wirtschaftswissenschafter Prof. Badelt die beiden extremsten wirtschaftlichen Szenarien auf:

Im besten Fall, die Rückkehr zum Frieden und einer vertrauensvollen Zusammenarbeit – und damit im Prinzip die Situation wie vor Corona. Im ungünstigstem Fall, das vollständige Abdrehen der russischen Gasexporte und die Behinderung der Ölflüsse aus Kasachstan durch Russland. Österreich wäre gezwungen die Energiereserven zu rationieren und müsste eine Planwirtschaft wie im Krieg umsetzen. Irgendwo dazwischen werde die Wahrheit liegen, war sich das Panel einig. Prognostizieren lasse sich das nicht.

Einig war man sich auch darin, dass das „Gießkannenprinzip“ der falsche Weg ist. Hilfe und Unterstützungen sollten an die gehen, die es wirklich brauchen. Allerdings, so BM Kocher, mache der Datenschutz in Österreich gezielte Förderungen nicht immer möglich. Kocher warb um Verständnis: „Wenn man zu langsam hilft, kommt man zu spät. Wenn so schnell hilft, wie es notwendig ist, können Fehler passieren“.

Zum Thema Kommunikation in der Krise, wies Robert Zadrazil darauf hin, dass es heutzutage nicht nur einer offenen Kommunikation bedürfe, sondern auch der Ruhe und Gelassenheit, um gute Entscheidungen zu treffen. Außerdem: „Wir müssen selber machen und nicht nur von anderen fordern!“

Unter dem Strich ein Abend, der Vertrauen schaffte und wohltuend unaufgeregt war.