Mikrobiomforscherin Birgit Mitter hat leicht lachen. Sie hat vom renommierten Europäischen Innovationsrat 2,4 Millionen Euro an Förderung erhalten, um den Sojabohnen das Wachsen aus eigener Kraft – ohne Kunstdünger – zu lernen.

 Zusammen mit dem AIT hat die Birgit Mitter als Mitbegründerin von Ensemo eine revolutionäre Maschine entwickelt: Pro Sekunde werden 3500 Sojabohnen aufgeschlitzt, das Bakterium Rhizobium Japonicum in den Schlitz gestrichen und danach wieder versiegelt.

Mit diesem Bakterium im Gepäck kann die Sojabohne das machen, was sie in Asien immer schon gemacht hat: Sich den Stickstoff(N2) zum Wachsen selber aus der Luft zu holen. Damit hat diese Bohne kein Bedarf nach Dünger mehr. Kunstdünger Adieu!

Damit sparen sich die Bäuerin und der Bauer viel Arbeit (mit der alten Methode müssen die Bakterien in einer Mischmaschine zeitaufwändig mit den Bohnen vermischt werden) und Geld – und wir sparen uns CO2: Bei der Herstellung von einer Tonne Stickstoffdünger mit dem Haber-Bosch-Verfahren fallen in Europa über 3 bis 4 Tonnen CO2 an. (Übrigens geht es nicht nur um CO2, ein Prozent des weltweiten Energiebedarfs geht in die Produktion von Kunstdünger.)

Die GOOD NEWS: Mitters Sojabohnen werden schon vertrieben. Mit der EU-Förderung soll die Technik verfeinert und die Superbohne preiswerter werden. Damit sich am Markt das Bessere durchsetzen kann.

Übrigens: Der größte CO2-Hebel ist bei Mais zu holen. Im nächsten Schritt will Birgit Mitter die Methode bei Mais anwenden. (Fun fact: Der Urmais arbeitete sehr wohl mit Rhizobien im Boden zusammen, die Eigenschaft ist nur bei der Züchtung abhanden gekommen.)

Video: GOOD NEWS – Die Superbohne!